{"id":1304,"date":"2020-11-15T19:45:49","date_gmt":"2020-11-15T19:45:49","guid":{"rendered":"https:\/\/idaflieg.de\/?p=1304"},"modified":"2020-11-15T19:47:48","modified_gmt":"2020-11-15T19:47:48","slug":"flugerprobung-b13e","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idaflieg.de\/?p=1304","title":{"rendered":"Flugerprobung B13e"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem erfolgreichen, elektrischen Erstflug im letzten Jahr, konnte dieses Jahr erneut auf dem Idaflieg Sommertreffen an der Flugerprobung des B13 Elektroantriebs weitergearbeitet werden. Nachdem im vergangenen Jahr bereits die maximale Steigleistung und die \u00dcberziehgeschwindigkeiten bei maximalem Abfluggewicht erflogen wurden, wurde dieses Jahr Hauptaugenmerk auf die \u00dcberzieheigenschaften bei verschiedenen Motorkonfigurationen und W\u00f6lbklappenstellungen bei hinterster Schwerpunktlage gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Begonnen hat das Sommertreffen mit einem Highlight f\u00fcr die Berliner AkafliegerInnen. Durch die geringe Entfernung unseres Heimatflugplatzes Kammermark zum Sommertreffen in Stendal, konnten wir uns dieses Jahr das l\u00e4stige und schwei\u00dftreibende Auf- und Abr\u00fcsten der B13 ersparen. So haben wir erstmalig die B13 motorisiert im Flug \u00fcberf\u00fchrt. Beeindruckend war die doch ruhige und entspannte Art und Weise des Antriebssystems die B13 in der Luft zu halten. Mit einer Leistung von nur 8&nbsp;kW kann das Flugzeug bereits seine H\u00f6he konstant halten. Die maximale Reisegeschwindigkeit betrug dabei 110 km\/h IAS. Bei maximalem Powersetting von 22 kW ist sogar eine Reisegeschwindigkeit von 150 km\/h IAS m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1181\" src=\"https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1314\" srcset=\"https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-scaled.jpg 2560w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-scaled-600x277.jpg 600w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-300x138.jpg 300w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-768x354.jpg 768w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-1536x709.jpg 1536w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-2048x945.jpg 2048w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-700x323.jpg 700w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-520x240.jpg 520w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-360x166.jpg 360w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-250x115.jpg 250w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1598367357716-100x46.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption>Abbildung\u00a01: Nicht sichtbar &#8211; Das breite Grinsen der beiden Piloten beim \u00dcberf\u00fchrungsflug nach Stendal.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angekommen in Stendal bemerkten wir, dass die vermeintlich im Winter behobenen EMV-Probleme doch nicht zu 100% behoben wurden. Der ersetzte DC-DC Converter st\u00f6rte weiterhin unser Funkger\u00e4t, was uns dazu zwang einen Tag am Boden zu verbringen und auf Fehlersuche zu gehen. Verursacher des Funkrauschens war letztendlich nur der geringe Abstand der Funkantenne zum Avionics-Compartment. Durch das einfache Aufkleben von Aluminium-Tape auf den Deckel des Compartments konnte das Rauschen gut beseitigt werden. Der eigentlichen Flugerprobung stand damit nichts mehr im Wege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da \u00dcberziehversuche einer der kritischsten Punkte w\u00e4hrend einer Flugerprobung sind, wurde vor Beginn der eigentlichen Versuche eine Reihe von Vorversuchen durchgef\u00fchrt. Neben der sicheren Einr\u00fcstung des Testequipments in Form einer GoPro wurde auch der Notausstieg mehrfach durch die Piloten am Boden ge\u00fcbt. Erst dann durfte geflogen werden. Zum Fliegen haben wir dieses Jahr verst\u00e4rkt darauf geachtet lange Kleidung zu tragen, da im Falle eines Unfalls das Verletzungsrisiko durch scharfe Teile geringer ist. Als besonders hilfreich hat sich die Beschaffung einer Fliegercombi erwiesen, da man diese einfach vor dem Flug \u00fcber seine normale, kurze Kleidung ziehen konnte. An hei\u00dfen Sommertagen war diese auch deutlich angenehmer zu tragen als ein Pullover und eine lange Jeanshose.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um sich auf ein ungewolltes Trudeln bei den Versuchen vorzubereiten wurde sich am Anfang nochmals mit den Trudeleigenschaften der B13 besch\u00e4ftigt. Da die Trudelerprobung ohne Triebwerk bereits in den 90er Jahren abgeschlossen wurde, konnte man sich vorab durch die Berichte belesen und vorbereiten. Das durchweg gutm\u00fctige Trudelverhalten konnte innerhalb eines Fluges best\u00e4tigt werden. Selbst bei der hintersten Schwerpunktlage muss man die B13 zum Trudeln zwingen. Bei dynamischem \u00dcberziehen und Seitenrudertreten dreht das Flugzeug langsam in eine Kurve bis es nach einer Gedenksekunde schlagartig ins Steiltrudeln mit hoher Drehgeschwindigkeit \u00fcbergeht. Bei einem Flugzeug dieser Masse und Gr\u00f6\u00dfe sehr beeindruckend. Zum Ausleiten kann das Standardverfahren verwendet werden, wobei das Flugzeug eine halbe bis dreiviertel Umdrehung nachdreht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video controls src=\"https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Trudeln.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Trudeln konnten die ersten \u00dcberziehversuche durchgef\u00fchrt werden. Die zu betrachtenden Konfigurationen waren dabei:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fahrwerk eingefahren \u2013 Propeller ausgefahren \u2013 maximales Leistungssetting (22kW) \u2013 alle W\u00f6lbklappenstellungen (+2, +1, 0, -1, -2) \u2013 Geradeausflug \/ 30\u00b0 Kurvenflug \/ 10\u00b0 Schiebend<\/li><li>Fahrwerk eingefahren \u2013 Propeller ausgefahren \u2013 Motor ausgeschaltet (Propeller zusammengefaltet) &#8211; alle W\u00f6lbklappenstellungen \u2013 Geradeausflug \/ 30\u00b0 Kurvenflug \/ 10\u00b0&nbsp;Schiebend<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die ersten Versuche, welche bei mittlerer Schwerpunktlage durchgef\u00fchrt wurden, sind jedoch nicht alle m\u00f6glichen Konfigurationen erflogen worden, um Zeit zu sparen. Ziel war es erste Erkenntnisse zu erlangen und sich auf m\u00f6gliche kritische Verhaltensweisen, welche bei hinterster Schwerpunktelage ausgepr\u00e4gter sein k\u00f6nnten, besser vorzubereiten. Jegliche Kritikalit\u00e4t ist jedoch sowohl bei mittlerer und hinterster Schwerpunktlage, nicht feststellbar gewesen. Die B13 k\u00fcndigt bei maximaler Motorleistung und allen W\u00f6lbklappenstellungen fr\u00fchzeitig ein \u00dcberziehen akustisch in Form eines \u201eSchnatterns\u201c des Propellers an. Bei weiterem Ziehen des Steuerkn\u00fcppels verst\u00e4rkt sich dieses Ger\u00e4usch, wobei zus\u00e4tzlich auch leichte Vibrationen und Abl\u00f6sewirbel bemerkbar werden. Das Abkippen l\u00e4sst sich durch einfaches Nachdr\u00fccken und ohne besonderes Geschick beenden. Eine Neigung zum Trudeln war nicht vorhanden. Auff\u00e4llig waren die deutlich h\u00f6heren m\u00f6glichen Anstellwinkel beim \u00dcberziehen auf der negativsten W\u00f6lbklappenstellung bei laufendem Triebwerk. Durch das Auftreffen des Propellerstrahls auf das H\u00f6henleitwerk wird dessen Wirksamkeit erh\u00f6ht, wodurch dieses Ph\u00e4nomen erkl\u00e4rt werden kann. Das \u00dcberziehverhalten ist auch beim Kurven- und Schiebeflug als unkritisch zu erachten, da ein \u00e4hnliches Verhalten zum Geradeausflug festgestellt werden konnte. Bei ausgeschaltetem Triebwerk und ausgefahrenem Propeller sind gleichwertige, gutm\u00fctige Eigenschaften festgestellt worden. Der Propeller nimmt, im Vergleich zu eingefahren Propeller, keinen Einfluss auf das \u00dcberziehverhalten. Als einziger Unterschied sind Abl\u00f6sewirbel im Nasenbereich bemerkbar gewesen, welche durch die scharfe Kante der Cowling induziert werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video controls src=\"https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Ueberziehen.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gro\u00dfen und Ganzen k\u00f6nnen wir auf ein sehr erfolgreiches Sommertreffen zur\u00fcckblicken, in dem wir einen gro\u00dfen Teil der Bauvorschrift erf\u00fcllen konnten und viel gelernt haben. Gerade im Hinblick auf die Versuchsvorbereitung konnten wir unser Wissen erweitern. So hat sich f\u00fcr die einsitzigen Fl\u00fcge das Aufzeichnen des Fluges mittels GoPro als sehr effektiv erwiesen. Durch lautes Kommentieren und Anzeigen der genauen W\u00f6lbklappenstellung, k\u00f6nnen nach dem Flug noch fehlende Informationen registriert und im Protokoll erg\u00e4nzt werden. So konnten auch Fehlerquellen besser registriert werden und ggf. Versuche wiederholt werden. F\u00fcr den Piloten war es eine erhebliche Senkung des Workloads, was damit auch eine erhebliche Steigerung der Versuchsqualit\u00e4t einher brachte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1313\" srcset=\"https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an.png 1920w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-600x338.png 600w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-300x169.png 300w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-768x432.png 768w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-1536x864.png 1536w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-700x394.png 700w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-520x293.png 520w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-360x203.png 360w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-250x141.png 250w, https:\/\/idaflieg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2020-08-25_Propeller_an-100x56.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption>Abbildung 2: \u00dcberziehversuche \u00fcber den Wolken.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im kommenden Jahr erhoffen wir uns mit dem Einbau und der Erprobung der neuen dreist\u00f6ckigen Bremsklappen die Flugerprobung der B13e Richtung Ende zu bringen. Mit den aktuell verbauten Bremsklappen ist ein Erreichen des geforderten, minimalen Gleitverh\u00e4ltnisses von 1:7 nicht m\u00f6glich. Es bleibt also weiterhin interessant und spannend auf dem Weg zur Zulassung. Jedoch sei an dieser Stelle noch gesagt, dass ein Ende der Flugerprobung, nicht das Ende des Projekts B13e bedeutet. Es geht weiter!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>F\u00fcr das Team B13e: Alex Hadzhiyski, Akaflieg Berlin<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Titelfoto: Tobias Barth<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem erfolgreichen, elektrischen Erstflug im letzten Jahr, konnte dieses Jahr erneut auf dem Idaflieg Sommertreffen an der Flugerprobung des B13 Elektroantriebs weitergearbeitet werden. 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