{"id":800,"date":"2019-10-06T18:00:32","date_gmt":"2019-10-06T18:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/idaflieg.de\/?p=800"},"modified":"2019-11-21T13:16:30","modified_gmt":"2019-11-21T13:16:30","slug":"flatterversuche-an-der-fs33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idaflieg.de\/?p=800","title":{"rendered":"Flatterversuche an der fs33"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Jahr wollten wir im Rahmen des Idaflieg\nSommertreffens in Stendal die Flugerprobung der fs33 mit den neuen Winglets\nweiter voranbringen. Da sich durch die neuen Winglets die Aerodynamik am Fl\u00fcgel\n\u00e4ndert muss man im Rahmen der Flugerprobung erneut Flatterfreiheit bis \u00fcber die\nzul\u00e4ssige H\u00f6chstgeschwindigkeit von 280 km\/h hinaus nachweisen, genauer gesagt\nbis zu einer Geschwindigkeit von 310 km\/h IAS. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher waren die Flatterversuche bis zu einer\nGeschwindigkeit von 200km\/h durchgef\u00fchrt worden, daher galt es nun, den\nGeschwindigkeitsbereich zwischen 200 km\/h und 310 km\/h zu erfliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu fliegt man bei einer bestimmten Geschwindigkeit und\nregt durch gezielte Steuereingaben Schwingungen um alle drei Achsen an. Hierbei\ngibt es unterschiedliche Arten der Anregung. Bei Einer werden die Steuerfl\u00e4chen\nmit einer bestimmten Frequenz hin und herbewegt, sodass eine Schwingung\nentsteht. Bei einer weiteren Methode werden die Schwingungen mit Impulseingaben\nangeregt, mit der man auch h\u00f6here Frequenzen anregen kann. Bei dieser Methode,\ndie auch als Handkantenschlag bekannt ist, schl\u00e4gt man meist mit der Handkante\ngegen den Steuerkn\u00fcppel um die Schwingungen anzuregen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Im Normalfall klingt\nsolch eine Schwingung aber schnell wieder ab, sobald man keine Steuereingaben\nmehr macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Flattern ist dies nicht der Fall. Es kann passieren\ndass man bei einer bestimmten Geschwindigkeit eine Schwingung erzeugt, die mit\nder Resonanzfrequenz des Flugzeugs zusammenf\u00e4llt. Solch eine Schwingung facht\nsich von selbst weiter an und erzeugt deshalb schnell gro\u00dfe Amplituden. Beim\nFlattern k\u00f6nnen schnell gro\u00dfe Sch\u00e4den am Flugzeug entstehen, deshalb muss im\nRahmen der Flugerprobung die Flatterfreiheit bei allen Geschwindigkeiten\nnachgewiesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor wir mit den Versuchen begannen pr\u00fcften wir zun\u00e4chst\ngr\u00fcndlich alle Steuerfl\u00e4chen der fs33 auf eventuelles Spiel, um sp\u00e4ter m\u00f6gliche\nVer\u00e4nderungen schneller bemerken zu k\u00f6nnen. Die Flugversuche standen dann f\u00fcr\nDonnerstag den 29.08.2019 an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da es sich bei Flatterversuchen um sehr kritische Versuche\nhandelt, f\u00fchrt man sie in gro\u00dfer H\u00f6he durch. Im Ernstfall, z.B. bei Verlust der\nSteuerbarkeit des Flugzeuges, bleibt dann immer noch genug Zeit um das Flugzeug\nzu verlassen und den Rettungsfallschirm einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher starteten wir im Flugzeugschlepp uns lie\u00dfen uns bis\nauf ca. 3000m \u00fcber dem Meeresspiegel schleppen. Als Mindesth\u00f6he bei der wir aus\nSicherheitsgr\u00fcnden den Versuch abbrechen wollten setzten wir 1000m. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir starteten also bei einer Geschwindigkeit von 200 km\/h\nIAS die Flatterversuche. Wir versuchten um alle drei Achsen Schwingungen\nanzuregen, gaben also Quer-, H\u00f6hen- und Seitenruderimpulse jeweils getrennt\nvoneinander. Alle Schwingungen die wir so erzeugten waren gut ged\u00e4mpft und\nklangen schnell ab. Bei diesem ersten Flug konnte die Fluggeschwindigkeit in 10\nkm\/h Schritten bis auf 270 km\/h gesteigert werden bis wir die Mindesth\u00f6he\nerreichten. Trotz der guten Gleitleistung der fs33 ist der H\u00f6henverlust bei\nsolch hohen Geschwindigkeiten enorm und so war mindestens noch ein zweiter Flug\nnotwendig um die Flattererprobung fertig stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher starteten wir gleich im Anschluss an diesen ersten\nFlug erneut, um mit der Erprobung fortzufahren. Angekommen in 3000m\nbeschleunigten wir auf 270km\/h und regten wieder um alle Achsen Schwingungen\nan, die immer noch gut ged\u00e4mpft waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sukzessive erh\u00f6hten wir die Geschwindigkeit wieder in 10\nkm\/h Schritten und wiederholten bei allen Geschwindigkeiten die\nSchwingungsanregungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer Geschwindigkeit von 300 km\/h kam es allerdings bei\nder Impulsanregung am H\u00f6hensteuer zu H\u00f6henruderflattern. Durch sofortiges\nreduzieren der Geschwindigkeit in einen flatterfreien Bereich klang das\nFlattern nach wenigen Sekunden wieder ab. Der Versuch musste danach sofort\nabgebrochen werden, da beim Flattern schnell Sch\u00e4den am Flugzeug entstehen\nk\u00f6nnen. Dies musste zun\u00e4chst \u00fcberpr\u00fcft werden. Nach vorsichtigem Abgleiten der\nrestlichen H\u00f6he landeten wir wieder in Stendal und \u00fcberpr\u00fcften alle\nzug\u00e4nglichen Elemente der Steuerung. Gl\u00fccklicherweise konnte bisher noch kein\nSchaden festgestellt werden, allerdings ist noch eine genauere Inspektion der\nSteuerung die im Rumpf verl\u00e4uft n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Flatterversuche waren also leider nicht erfolgreich, daher m\u00fcssen im n\u00e4chsten Schritt Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um die Flatterfreiheit wiederherzustellen. Hierzu kann z.B. Massenausgleich an den Rudern angebracht werden. Anschlie\u00dfend muss dann die Flattererprobung widerholt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autor: Jonas Schmidt, Akaflieg Stuttgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr wollten wir im Rahmen des Idaflieg Sommertreffens in Stendal die Flugerprobung der fs33 mit den neuen Winglets weiter voranbringen. 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