E-17 Apis Jet: Vorsicht Abgasstrahl!

Konkurrenz für den KAKJ aus Karlsruhe: Die E17 auf ihrem Ersten Sommertreffen in Stendal.

Die E17 „Apis Jet“ basiert auf dem UL-Segelflugzeug „Apis“ von Pipistrel und wurde Anfang der 2000er Jahre von der Hochschule Esslingen in Kooperation mit dem Hersteller gebaut. Seit Anfang dieses Jahres hat die FTAG das Projekt übernommen und strebt eine Einzelstückzulassung als Motorsegler an. Im Zuge der Flugerprobung dafür werden auf dem Sommertreffen Fahrtmesserkalibrierungen und Flatterversuchen vorgenommen werden um die bisher niedrig angesetzte VNE deutlich anzuheben. Letzteres konnte heute von Stefan „Zischi“ Zistler erfolgreich absolviert werden, bis 200 km/h schnell kann die E17 nun fliegen. Für die „Kilo“ Zulassung muss die Wirksamkeit der Bremsklappen noch deutlich gesteigert werden, um den Bahnneigungswinkel von 30° bei VNE zu bewältigen. Dazu sollen noch Daten erhoben werden, die dann Florian „Flödl“ Kossack in seiner Bachelorarbeit benutzten wird um das Problem konstruktiv zu lösen. B13e lässt grüßen.

Die Integration der Modellfluggasturbine ist im Vergleich zu heutigen Turbinensegelflugzeugen besonders: Eine fest im Rumpf verbaute Turbine mit nach unten ausklappbarer Düse liefert den Schub (200 Newton), über zwei unter dem Cockpit befindliche Einläufe wird die Luft zugeführt. Mit dieser Konfiguration sollte verhindert werden, dass der heiße Abgasstrahl mit dem Leitwerk interagiert und eine hohe aerodynamische Güte erzielt – Allerdings zu Lasten von Wartungsfreundlichkeit und Antriebseffizienz. Somit ergibt sich ein Maximalschub von 220 Newton, wodurch das System eher als Heimkehrhilfe eingesetzt werden kann. Spritverbrauch: Ja. Des weiteren bedarf es bei dieser Konfiguration über eine Feuerlöscheinrichtung, was die Komplexität des System nicht gerade schmälert. Aber genau deswegen ist das Projekt auch bei einer Akaflieg bzw. Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft bestens aufgehoben.