Turn-Kita Königsdorf

Flugzeuge in allen ihren Grenzbereichen kennen und beherrschen lernen, das ist die Kernaufgabe des alljährlichen Idaflieg Kunstfluglehrgangs. Wer Rückenlagen, Trudelzustände und hohe Geschwindigkeiten gewöhnt ist, kann während einer Erprobung von diesen schon nicht mehr überrascht werden. Gerade für Idaflieger empfiehlt sich deshalb ein solches Training. Dieses Jahr hatte die Akaflieg München zur Turn-Kita auf das Segelfluggelände Königsdorf eingeladen. Es ging darum, den Teilnehmern die theoretischen und praktischen Grundlagen des Segelkunstflugs beizubringen und die Voraussetzungen für die Lizenzerweiterung zu schaffen. Der erste Tag fiel leider aufgrund des Wetters ins Wasser, weswegen wir erst am Dienstag mit viel Motivation und theoretischem Wissen zum Sonnenaufgang mit der praktischen Ausbildung beginnen konnten. 

die DG1000 „TUM“ der Akaflieg München im Sonnenaufgang.

Die ersten Schritte während einer Kunstflugausbildung sind normalerweise Gewöhnungsflüge in Rückenlage. Durch den Einstellwinkel und die Wölbung des Profils ergibt sich im Rücken ein viel größerer Anstellwinkel und damit ein anderes Horizontbild. Außerdem wirken das Quer –und Höhenruder entgegengesetzt zur Normalfluglage. Beim Verringern der Fahrt muss dadurch der Knüppel gedrückt anstatt gezogen werden. Der koordinierte Kurvenflug erfordert gekreuzte Ruder. Zusätzlich treten beim Rückenflug negative G-Lasten auf, an die sich die meisten Anfänger erst gewöhnen müssen. Der sichere Umgang mit diesen Fluglagen erfordert deshalb viel Konzentration und Übung von den Teilnehmern. Durch unser breites Fluglehrerteam aus Aachen, Stuttgart, München, Darmstadt und Ohlstadt konnten die Gewöhnungsflüge aber am ersten Tag bei allen Schülern abgeschlossen werden. Der Standort Königsdorf hatte dabei, mit der Benedikten Wand und dem Starnberger See in Reichweite, eine hervorragende Eignung für Panorama -und Sightseeing-Schlepps auf bis zu 1500m AGL. 

DG1000 im Rücken mit dem Segelfluggelände Königsdorf im Blickfeld.

Im weiteren Verlauf der Woche wurde mit uns dann das DAEC-Prüfungsprogramm, bestehend aus Aufschwung, Abschwung, Rolle und Turn beigebracht, so dass am Ende des dritten Tages nahezu der gesamte Lehrgang frei geflogen war und wir mit den Soloflügen beginnen konnten. Tatkräftig unterstützt wurden wir dabei durch die Prototypen der Akaflieg München. Dank der Mü30 „Schlacro“ konnten die Umlaufzeiten pro Start deutlich optimiert werden. Am letzten Tag hatten alle Teilnehmer außerdem noch einmal die Gelegenheit mit der Mü28 das wohl „Weltbeste Segelkunstflugzeug der Welt“ zu fliegen. Dank der Wölbklappenautomatik und einem maximalen Lastvielfachen von +/- 10 g ein ganz besonderes Erlebnis, sowohl für Schüler, als auch für Lehrer.

Gruppenbild mit Schlacro und Mü28.

Zum Schluss möchten wir uns noch einmal sehr herzlich bei allen beteiligten im Segelflugzentrum Königsdorf für die Gastfreundschaft bedanken. Vor allem aber auch bei Antares und Breitbart für die Organisation des Lehrgangs. Außerdem bei unserem Fluglehrerteam bestehend aus Krollinger, Martin, Schlaubi und Simon für die Zeit und die Geduld während unserer Ausbildung. Mit 13 Lizenzerweiterungen, einem Silber-Abzeichen und knapp 200 Starts war der Lehrgang ein voller Erfolg.